Einer der häufigsten Formen der Zahnbetterkrankungen ist die Parodontitis. Hierbei bilden sich die Zahnknochen zurück, die Zahnfleischtaschen vertiefen sich und die Zahnwurzel findet so insgesamt weniger Halt. Ursachen der Parodontitis sind die Bildung von Plaque (Zahnbelag), genetische Faktoren, Rauchen und Stressfaktoren. Wenn die Entzündung länger anhält, können tiefere Teile des Zahnbettes angegriffen werden. Entzündete Zahnfleischtaschen setzen Krankheit erregende Stoffe frei und zerstören den Kieferknochen.


In der Regel kann eine Parodontitis durch eine systematische Behandlung zum Stillstand gebracht werden. Ihr Ziel ist es, den oder die betroffenen Zähne auf Dauer zu erhalten. Dazu gehört es, die Entzündung zu stoppen bzw. deren Ausbreitung in tiefere Bereiche des Zahnhalteapparates zu verhindern und die Tiefe der entstandenen Zahnfleischtaschen zu verringern.


Generell werden bei der Behandlung bakterielle Beläge (der „Biofilm“) und feste Ablagerungen (Konkremente) in den Zahnfleischtaschen auf der Oberfläche der Zahnwurzel entfernt.






Informationen zur Behandlung

 

Die Behandlungsschritte:

Bei Entzündungen im Anfangsstadium reichen meist eine verbesserte Mundhygiene des Patienten und mehrere professionelle Zahnreinigungen in individuell festgelegten Zeitabständen aus.


Dabei werden weiche bakterielle Beläge (der „Biofilm“) und Auflagerungen von den Zahnoberflächen und am Zahnfleischrand entfernt. Anschließend erfolgen Politur und Fluoridierung der Zahnoberflächen. Bereits nach dieser Phase gehen die Tiefe der Zahnfleischtaschen und der Entzündungsgrad meist zurück. Diese Vorbehandlung wird je nach Bedarf einmalig durchgeführt oder wiederholt. Ziel ist es, die Bakterienzahl an den erkrankten Stellen deutlich zu reduzieren. Des Weiteren wird eine eventuell nachfolgende Behandlung wirkungsvoller.

Bei der sogenannten „geschlossenen“ Behandlung werden bakterielle Beläge (der „Biofilm“), Zahnstein und andere Ablagerungen oberhalb und vor allem unterhalb des Zahnfleischrandes manuell mit feinen Handinstrumenten (Scaler und Kürette), bei Bedarf zusätzlich mit Ultraschall- oder Schallinstrumenten, entfernt. Außerdem werden die Wurzel- und Zahnhalsoberflächen geglättet.


Nach etwa 4 bis 6 Wochen – Nachuntersuchung:
Diese kann die Messung der Zahnfleischtaschentiefen, die Beurteilung des Entzündungszustandes und dazu gegebenenfalls die Anfertigung von Röntgenaufnahmen umfassen. Anschließend wird die weitere Vorgehensweise abgestimmt. Das Therapiezwischenergebnis und weitere Therapiemöglichkeiten zum langfristigen Erhalt der Zähne werden besprochen. Hierzu gehören auch Keimtests, um aggressive Bakterienarten zu identifizieren und gegebenenfalls mit ergänzender antibiotischer Therapie zu behandeln.


Bei Bedarf ist auch ein Chirurgische Verfahren zur Taschenelemination und Knochenregenation möglich. Bei dieser sogenannten „offenen“ Behandlung bei Zahnfleischtaschen ab einer Tiefe von etwa 5 bis 6 mm. Dazu gehört die Freilegung eines Teils der Zahnwurzel im Bereich der Tasche durch einen kleinen Schnitt im Zahnfleisch, um die erkrankten Bereiche leichter zugänglich zu machen. Die Zahnhals- und -wurzelbereiche werden gereinigt, geglättet und erkranktes Zahnfleischgewebe entfernt. Anschließend wird das Zahnfleisch an den Zahn angelegt und mithilfe einer feinen Naht geschlossen.


Ziel der Behandlung ist unter anderem eine möglichst gute Wiederanhaftung des Zahnfleisches an den Zahn und eine leichte Verringerung der Zahnfleischtaschentiefe.




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